HAUSGEMEINSCHAFTS-KONZEPT
Häuser der "4. Generation des Pflegeheimbaus" verstehen sich als „anders gebaute und anders organisierte, quartiernahe Angebote für pflegebedürftige und/oder verwirrte ältere Menschen“. Ihr Kennzeichen ist die Strukturierung der Einrichtung in "Hausgemeinschaften". Damit werden bisher in der stationären Altenpflege gewohnte und bekannte Dispositionen und Prozesse - teilweise - grundlegend verändert. Bei der konzeptionellen Umsetzung des Prinzips einer Hausgemeinschaft sind folgende Aspekte von Belang:
- Vier immanente Grundprinzipien:
- 1. Schaffung von individuellen Lebensräumen für die Bewohnerinnen und Bewohner
- 2. Schaffung eines familienähnlichen Gemeinschaftslebens
- 3. Erhaltung und Förderung der Selbstständigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner
- 4. Einbezug von Familienangehörigen, Nachbarn, Freunden / Vernetzung im Quartier
- Bauliche Umsetzung:
- Konzeptorientierte Architektur
- Raumprogramm
- räumliche Gestaltung
- Gestaltung und Nutzung des Außenbereiches
- Personal:
- Personalauswahl, -qualifikation und -einsatz
- Mitarbeiterzufriedenheit (auch vergleichend zur Personalfluktuation)
- Team und Schnittstellen:
- Zusammenarbeit der unterschiedlichen Berufsgruppen (Pflege, Präsenzkraft, Hauswirtschaft) sowie
- deren jeweiliges Rollenverständnis und
- Kooperation mit weiteren intern Beteiligten (Verwaltung, soziale Dienste / HIT, Pflegeüberleitung u.a.)
- Aufbau und Einbeziehung bürgerschaftlichen Engagements
- Leitungsebene (Handlungskompetenzen)
Unsere Begleitung betrifft alle relevanten Prozesse in der Umsetzung einer Hausgemeinschaft (bzw. mehrerer im Verbund) als auch die dafür notwendigen Handlungskompetenzen der Leitungs- und Mitarbeiterebene. Letztendlich sollen so die drei Aspekte der Strukturqualität, Prozessqualität und Ergebnisqualität erfasst werden.
Begleitstudie zum Betriebsbeginn des Seniorenzentrums Marie-Anne Clauss (2009-2010)
Pflegeheim der 4.Generation/Hausgemeinschaftskonzept
Auftraggeber: Landeshauptstadt München
» Abschlussbericht (PDF)